Nachkommen gesucht
Im Februar 2026 erhielt der Verein eine äußerst seltene Postkarte vom 02.02.1915, gedruckt vom allseits bekannten Verlag Paul Hartbrecht, Döbern N.-L.
Ein absoluter Glücksfall, zudem noch unterschrieben von der ehemaligen Besitzerin des Kaffee- und Speisehauses Dora Lamm.
Zu dieser tragischen Geschichte lesen wir aus dem Forster Tageblatt:
„Einer geehrten Einwohnerschaft von Döbern und Umgebung bringe ich zur Kenntnis, dass ich in der Bahnhofstraße 6 am Sonnabend, den 26. April eine Rind- und Schweine-Schlächterei sowie Fabrik für Fleisch- und Wurstwaren mit elektrischem Betrieb eröffnet habe. Sämtliche Aufträge werden auf Wunsch zu jeder Tageszeit frei ins Haus geliefert.“
Hermann Lamm, Fleischermeister
(Forster Tageblatt vom 30.04.1913)
Nach einem Jahr eröffnet Frau Dora Lamm ein Kaffee- und Speisehaus.
„Der geehrten Einwohnerschaft von Döbern und Umgebung die ergebenste Mitteilung, dass ich neben meiner Fleischerei am 15. November auf meinem Grundstück, Bahnhofstraße 6, ein Kaffee- und Speisehaus eröffne.“
Herbert Lamm nebst Frau
(Forster Tageblatt vom 15.11.1914)
1915 lief das Geschäft sehr gut und im Mai 1915 wurde mit kalten und warmen Speisen sowie Gebäck und Torten geworben.
Am 10.09.1915 entschlief nach langen, schweren, mit Geduld ertragenen Leiden unser lieber, hoffnungsvoller Sohn und Bruder Hans Lamm im blühenden Alter von nicht ganz 17 Jahren.
Hermann Lamm z.Z. im Felde und Frau
Dora Lamm
Fritz Lamm
Erna Lamm
Charlotte Lamm
Ein Jahr später, am 31.10.1916 ist im Forster Tageblatt zu lesen:
„Von einem besonders harten Geschick ist die Familie des Fleischermeisters Lamm betroffen worden. Im vorigen Jahre starb der 16-jährige Sohn, der nach des Vaters Einberufung das Geschäft führen sollte. Das Geschäft musste geschlossen werden. Jetzt ist nach langem, schweren Leiden Fleischermeister Lamm als Gefreiter eines Armierungsbataillons im Festungslazarett zu Ulm an der Donau, wo seine Gattin seit Wochen an seinem Krankenlager weilte, verstorben. Herzliche Anteilnahme wird der schwergeprüften Familie im ganzen Orte entgegengebracht.“
Die Familie Lamm ist nicht im Adressbuch Döbern von 1910 und auch nicht 1921 erwähnt. Durch Schicksalsschläge von 1915 und 1916 verließen Dora Lamm, Fritz Lamm, Erna Lamm und Charlotte den Ort Döbern.
Wir suchen nach den Nachkommen. Meldet euch, wenn eure Großeltern oder Urgroßeltern Lamm in Döbern Niederlausitz ansässig waren.